Nov 3, 2011
Einer der wohl wichtigsten Titel für Gameloft in diesem Jahr ist ohne jeden Zweifel der 3. Teil der Modern Combat-Reihe. Die Version für iPhone und iPad ist vor wenigen Tagen erschienen, die Android-Version folgt wie üblich etwas später. In unserem Test klären wir, ob Gameloft seine Versprechen eingehalten hat und wirklich den bis dato besten Shooter für iOS-Geräte abgeliefert hat oder nicht. Ebenso werfen wir einen Blick auf die stark verbesserte hauseigene Engine von Gameloft, schließlich hatte man sich sicher nicht grundlos dafür entschiedenen sämtliche Spiele mit der Unreal Engine auf das nächste Jahr zu verschieben.
Wer nach unserem Test erst so richtig Lust auf Modern Combat 3 bekommen sollte, dem empfehlen wir einen Blick auf unser Gewinnspiel. Dort könnt ihr nämlich ein Exemplar für euer iPhone/iPad abstauben.
Die Story ist, wie für die meisten Shooter üblich, ziemlich schnell erklärt. Die neue Gruppierung der KPR (Ein Zusammenschluss aus Koreanern, Pakistani und Russen) fällt unter anderem in den USA ein und nun ist es an euch und eurer Spezialeinheit das Blatt wieder zu euren Gunsten zu wenden. Die Story wird dabei während der Ladebildschirme in englischer Sprachausgabe vorangetrieben, die dazu passenden Texte in Deutsch sind wie für Gameloft üblich fehlerfrei übersetzt worden. Die Präsentation leidet zwar ein wenig durch die reine Präsentation mit Sprache und Texten, aber andererseits versteckt man dadurch auch die weiterhin recht detailarmen Charaktermodelle und kaschiert die recht langen Ladezeiten geschickt. Dafür fällt aber die Sprachausgabe in Englisch sehr gut aus und vermittelt auch die passende militärische Atmosphäre für Modern Combat 3.
Euer erster Einsatz führt euch direkt in die Zentrale der NSA, dort sollt ihr wichtige Informationen über die Pläne der KPR sicherstellen, dumm nur das feindliche Truppen bereits im Gebäude sind und ihr euch den Weg frei kämpfen müsst. Doch bevor der Bodeneinsatz beginnt fliegt ihr mit einem Helikopter zum Einsatzort und erhaltet erste Details, bereits hier wird die deutlich verbesserte Grafik sichtbar. Besonders Texturen und Sichtweite sind deutlich höher aufgelöst als je zuvor bei Spielen von Gameloft. Einen negativen Effekt möchten wir aber auch gleich erwähnen, während den meisten Zwischensequenzen wird das normale Augenzwinkern simuliert, was aber aus unserer Sicht in 90% der Fälle mehr Atmosphäre kostet als es einbringt. Lediglich nach einer nahen Explosion können wir diesen Effekt nachvollziehen, aber im normalen Spielbetrieb bei Zwischensequenzen und Gesprächen wirkt dieser Effekt einfach unrealistisch und störend.
Das Gameplay von Modern Combat 3 erinnert dabei extrem stark an das große Vorbild von Call of Duty, denn auch hier erlebt ihr komplett gescriptete Ereignisse und Missionsabläufe. Gelangt ihr an einen bestimmten Punkt der Karte, geht es erst weiter mit Wellen von Gegner, ihr löst an bestimmten Kartenpunkten eine Zwischensequenz aus, etc. Wer also einen Shooter mit offener Spielwelt und zufälligen Ereignissen erwartet, der wird sicher enttäuscht sein. Spieler die allerdings die Kampagnen in den letzten Call of Duty-Teilen mochten, werden auch mit Modern Combat 3 zufrieden gestellt werden. Immerhin ermöglichen diese stark gescripteten Missionen auch durchaus diverse Vorteile und sorgen für dauerhafte Action und einige sehenswerte Momente.
Seitens der Abwechslung wird ebenfalls einiges geboten, in 13 Missionen seid ihr zwar meistens als Soldat mit einem Kameraden unterwegs, aber dennoch gibt es auch Einsätze an stationären Geschützen an Bord von Flugzeugen, Fahrzeugen, etc. Ein gutes Beispiel dafür ist auch eine der ersten Missionen, welche sehr stark an den “Tod von oben”-Einsatz von Call of Duty erinnert. Denn auch bei Modern Combat 3 seid ihr ein Bordschütze, blickt durch eine Kamera-Ansicht, etwa mit Wärmebildhilfe nach unten und nehmt mit verschiedenen Geschützarten die Feinde am Boden ins Visier. Langeweile kommt in der Kampagne in jedem Fall nicht auf, denn dank der anpassbaren Steuerung und vier wählbaren Stufen des Schwierigkeitsgrades, dürfte auch für jeden Spielertyp die nötige Herausforderung geboten werden. Aufgelockert werden die Einsätze zusätzlich von kleinen Quick-Time-Events, etwa bei Nahkämpfen oder Kletterpartien, diese fallen zwar sehr simpel aus, stellen aber dennoch eine gelungene Abwechslung zum Shooter-Alltag dar.
Ein paar Neuerungen in der Serie gibt es aber auch, so könnt ihr nun nicht nur sprinten und geduckt vorwärts gehen, sondern auch nach dem Sprinten direkt in Deckung rutschen. Dazu kommen weitere Tasten für lautlose Angriffe mit dem Messer, Granatwürfe, Standard-Angriffe, Nachladen, Waffenwechsel & Waffenzoom. Die Steuerung ist grundsätzlich anpassbar, ihr könnt also die Position der einzelnen Icons verschieben, dennoch fanden wir es zum Teil etwas zuviel des guten. Sowohl das Sprinten, als auch das in Deckung rutschen, sowie selbst der normale Einsatz der Waffen kann hin und wieder daneben gehen. Uns erging es auf dem iPad oft genug so, dass wir knapp neben das Icon zum Feuern der Waffe getippt hatten, was im Eifer des Gefechts durchaus störend auffällt. Wer aber mit diesen kleinen Einschränkungen leben kann, bekommt dennoch für Touchscreens eine ordentliche und anpassbare Steuerung präsentiert.
Wie für Shooter üblich ist für viele Spieler aber der Kaufgrund der Multiplayer-Modus. Hier kopiert man zwar ebenfalls beim großen Vorbild, was aber nichts daran ändert, dass man die Vielfalt von Modern Combat 3 bei den Konkurrenz-Titeln vergeblich sucht. Insgesamt 12 Spieler können sich auf 6 Maps in sieben Spielmodi austoben, darunter Klassiker wie Deathmatch und Team-Deathmatch, aber auch Capture the Flag oder Gebietskontrolle. Ein Rangsystem, diverse freischaltbare Extras und besondere Angriffe runden das gewaltige Multiplayer-Paket bestens ab. So können Spieler mit der Zeit Luftangriffe anfordern, Geschütze aufstellen oder sogar Atomschläge anfordern. Wer sich an den Online-Modus wagt, der wird für Wochen bestens unterhalten werden. Lediglich Lag und kleinere Verbindungsprobleme stören aktuell das Vergnügen noch ein wenig, aber davon sind bekanntlich auch die großen Vorbilder aktuell nicht gänzlich verschont geblieben.
Etwas bedenklicher hingegen kann man die möglichen InApp-Kaufoptionen sehen, mit echtem Geld lassen sich wieder einmal diverse Extras kaufen, die das Leben im Singleplayer- und Multiplayer-Modus einfacher gestalten. Die Balance sollte aber im Multiplayer-Modus dennoch gesichert sein, da man im Gegensatz zum Kampagnen-Shop hier keine wirklichen relevanten Items kaufen kann.
Fazit: Modern Combat 3 orientiert sich ohne jeden Zweifel sowohl im Singleplayer-Modus als auch im Multiplayer sehr stark an der Call of Duty- und Battlefield-Reihe. Dennoch ist das Ergebnis für iOS-Verhältnisse der bis dato beste Shooter geworden. Einige Einsätze könnten zwar direkt aus Call of Duty 4 stammen und auch die Script-Sequenzen erinnern stark daran, dennoch überzeugen Grafik, Spieldauer und vorallem die Vielfalt im Multiplayer-Modus fast auf gesamter Linie. Ein paar Schwächen in der Präsentation der Charaktere, eine überladene Steuerung und hin und wieder Lags oder Disconnects im Multiplayer trüben das ansonsten sehr gelungene Spielerlebnis ein wenig. Alles in allem bekommt ihr mit Modern Combat 3 aber ein optisch und akustisch sehenswerten Shooter präsentiert, der euch für viele Stunden an den Bildschirm fesseln wird. Wer nach einem mobilen Call of Duty für sucht, der sollte in jedem Fall zuschlagen.
Wertung: 9/10
Modern Combat 3 – iPhone/iPad – 5,49€ – 1,05 GB
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