Sep 9, 2011
Seit einiger Zeit liefert uns das französische Entwicklerteam Agharta Studio bereits optisch fantastische Charakterzeichnungen und natürlich auch gelungene Spiele. Neben der Adventure-Reihe „1112“ zeichnete sich das Team auch für das großartige Rundenstrategiespiel „Rogue Planet“ verantwortlich.
Zwischen Episode 1 und 2 von 1112 ist viel Zeit vergangen, Fans mussten aber nun fast ebenso lange auf Episode 3 warten, ob sich die Wartezeit dieses mal mehr gelohnt hat? Zumindest nimmt die Geschichte auch mit den 3. Teil noch kein Ende, hoffen wir also, dass die 4. Episode etwas schneller folgen wird.
Fangen wir aber mit einer guten Nachricht an, wer Episode 1 & 2 verpasst hat oder nicht neu kaufen möchte, kann sich die Ereignisse auch kurz zusammengefasst in Episode 3 ansehen. Dennoch empfehlen wir allen, die wirklich ernsthaft an der Geschichte interessiert sind, sich die beiden Vorgänger zuzulegen. Was direkt wieder auffällt, ist die fantastische Grafik, seien es die detaillierten Hintergründe, die fantastische Musik oder die lebensnahen Charakterzeichnungen. Die Zeichner verstehen ohne jeden Zweifel ihr Handwerk und konnten sich bisher mit jedem neuen Spiel noch weiter steigern.
Während man in Episode 2 New York unsicher gemacht hat, kehrt man nun im verschneiten Winter in die Heimatstadt des Protagonisten zurück, nach Jalonsville. Die Kleinstadt zwischen New York und Washington bietet eine idyllische verschlafene Atmosphäre. Die Mystery-Story geht auch in Episode 3 weiter, wacht man doch auf der Toilette eines Freundes auf, das eigene Haus ist völlig verwüstet und eingefroren, da fast sämtliche Fenster offen stehen gelassen wurden. Damit aber nicht genug, die eigene Freundin ist verschwunden und merkwürdige Symbole sind überall im Haus verteilt. Eure Aufgabe ist es nun, herauszufinden, was genau geschehen ist, warum ihr euch nicht mehr erinnern könnt, was passiert ist und vorallem wo eure Freundin (Anna) geblieben ist.
Ansonsten hat sich am Spiel nur wenig geändert, wenn ihr mit drei Fingern gleichzeitig auf den Bildschirm tippt, erhaltet ihr einige Hilfspfeile, die euch die Ausgänge oder Eingänge zu anderen Orten/Räumen aufzeigen. Allerdings ist dies nicht immer der Fall, überhaupt sind die Kombination von Items und die Verwendung von Items immer noch relativ unglücklich ausgefallen. So müsst ihr etwa in einem dunklen Keller einen Ausgang finden bzw. die richtigen Gegenstände. Dazu müsst ihr Streichhölzer entzünden, wofür ihr wiederum diese aus eurem Inventar ziehen und noch einmal virtuell klicken müsst. Dies wäre auch ok, wenn die Dauer des kleinen Lichtgebers nicht extrem kurz wäre. Somit verkommen selbst solche einfachen Aufgaben zu leicht nervigen Angelegenheiten.
Die Rätsel fallen wie in den Vorgängern zum Teil wieder sehr schwer aus, bzw. fragt ihr euch häufig wie und wo es denn nun weitergeht. Fans der Serie werden diesen hohen Schwierigkeitsgrad zu schätzen wissen, alle anderen müssen hin und wieder zwangsläufig im Internet nach Lösungswegen oder Hilfe suchen um weiter voran zu kommen. Während viele Adventures heutzutage auf Wunsch einige Hilfen in verschiedenen Stufen anbieten, weigern sich die Entwickler von 1112 auch weiterhin etwas Ähnliches zu implementieren.
Fazit: Die 3. Episode von 1112 kann wieder mit seiner gelungenen Mystery-Story, genialen Charakterzeichnungen und stimmiger Musik aufwarten. Auch die Spielzeit fällt dieses mal erfreulicherweise deutlich länger aus. Die Bedienung und vorallem die knackigen Rätsel sorgen aber auch weiterhin, für einige Spieler, für mehr Frust als Lust am Spiel. Schlussendlich hoffen wir, dass man sich eventuell bei Episode 4 darauf besinnt endlich ein Hilfesystem einzubauen und die Bedienung ein wenig zu überarbeiten. Somit würde 1112 nämlich für eine deutlich größere Spielergruppe interessant werden.
Damit bleibt 1112 Episode 3 ein optisch wie akustisch beeindruckendes Adventure mit einem offenen Ende. Hardcore-Adventurefans werden auch mit Teil 3 ihren Spaß haben, alle anderen werden hingegen häufiger nach Hilfestellungen im Internet suchen müssen als ihnen lieb ist.
Wertung: 7/10
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