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Gran Turismo für PSP – Kann die Simulation auch hier überzeugen?

Lange Zeit war es still um Gran Turismo für die PSP, dann kam relativ überraschend das Spiel pünktlich zum Start der PSP Go in den Handel. Doch kann die Simulation im Motorsport-Genre auch auf dem Handheld überzeugen? Welche Einschnitte es gab und warum Gran Turismo auf der PSP nicht der erwartete Knaller geworden ist, klären wir im Test.

Das Rennspielepos startet dabei wie von den großen Konsolen her gewöhnt auch auf der PSP mit einem sehenswerten Render-Intro. Anschließend findet man sich in einem schlichten aber schicken Menü wieder. Hier sollte übrigens beim Kauf der UMD-Version euer erster Weg in das Optionsmenü gehen, um dort das Spiel zu installieren. Dazu braucht ihr über 800 MB an  freien Speicherplatz auf eurem Memory Stick für dieses Unterfangen und ca. 15 Minuten an Zeit. Dadurch werden die Ladepausen auf ein gutes Maß reduziert, alles andere ist leider als nicht erträglich zu beschreiben, denn die Ladezeiten von der UMD fallen sonst nicht nur extrem lang sondern auch extrem häufig aus bzw. an.

In den Optionen könnt ihr noch vieles mehr tun, natürlich lässt sich hier auch die Steuerung im kleinsten Detail an die eigenen Wünsche anpassen, ihr könnt diverse Statistiken, eure Fahrzeugsammlung und einiges mehr einsehen, darunter auch Wiederholungen die ihr zuvor gespeichert habt. Zu guter Letzt findet sich hier auch noch eine ausführliche Anleitung, die weitere Tipps für den Rennalltag bereit hält.

Der nächste Schritt führt euch zu den Fahrherausforderungen, die mit den Prüfungen der alten Teile am besten zu vergleichen sind. Hier lernt ihr jedes mögliche Fahrmanöver im Detail kennen, somit könnt ihr bereits viele Stunden an Spielzeit investieren, um euer Können immer weiter zu verbessern. Angefangen bei einfachen Manövern, wie dem bremsen in einer bestimmten Zone über diverse Kurvenfahrten bis hin zu extremen Fahrmanövern bei hoher Geschwindigkeit. Die Herausforderungen motivieren dabei durch das gewohnte Medaillensystem besonders, auf Wunsch könnt ihr euch auch zu jeder Prüfung eine Demo mit Sprachausgabe als Vorführung und Erklärung ansehen. An diesem Modus gibt es somit nicht das Geringste auszusetzen.

Nachdem man nun die ersten Credits mühsam verdient hat, dürfte der Weg wohl in das virtuelle Autohaus führen. Leider gibt es hier den ersten Dämpfer für das Sammelvergnügen, denn euch stehen je nach InGame-Spieltag nur gewisse Autohändler mit bestimmten Autos zur Verfügung. Somit verhindert das Spiel, dass ihr euer Wunschauto erwerben könnt und ihr seid gezwungen immer wieder vorbei zu schauen, bis ihr vielleicht die gewünschten Wagen findet. Auch gibt es keinen Anhaltspunkt dadurch, welche Modelle überhaupt zur Wahl stehen werden. Das ist besonders schade, da es insgesamt 800 Wagen in Gran Turismo gibt und auch alle namhaften Hersteller vertreten sind, darunter BMW, Audi, VW, Toyota, Chevrolet, Bentley und viele mehr. Auch sollen erworbene Fahrzeuge euch im kommenden GT 5 für die PS3 zur Verfügung stehen, wenn ihr diese in der PSP-Version erworben habt.

Bevor wir zum Einzelspieler-Modus selbst kommen, sei noch kurz der enttäuschende Multiplayer-Part angesprochen. Denn es gibt hier nur die Möglichkeit mit Freunden direkt im Ad-hoc-Modus zu spielen, Ghostcars über das Internet beziehen oder gar über das Internet spielen ist nicht möglich.

Damit kommen wir nun aber zum eigentlichen Herzstück der meisten Rennspiele, nur leider fehlt dieser in der PSP-Version. Richtig gelesen, es gibt keinen Karriere-Modus oder etwas Vergleichbares. Euch stehen aber trotzdem Einzelrennen, Drift-Rennen, Zeitrennen und einiges mehr an Spielmodi zur Auswahl. Eine Anpassung der Rundenanzahl und die enorme Streckenvielfalt (45 Stück!) machen aber wieder einiges an Boden gut. Stadtkurse, Rundkurse, Rallye-Etappen alles ist mit an Bord, somit könnt ihr euch in New York, Suzuka, Laguna Seca oder Seoul und anderen Orten nach Lust und Laune austoben.

Die Steuerung klappt übrigens mit dem kleinen Analog Stick der PSP relativ gut, auch wenn man nicht die Genauigkeit der Konsolen-Varianten erreicht. Gran Turismo bleibt in jedem Fall auch auf der PSP eine Rennsimulation, in der ihr stark auf eure Lenkung, Bremspunkte und mehr achten müsst, um eine Chance zu haben.

Auf der technischen Seite gibt es leider auch Licht und Schatten. Die Automodelle sind detailliert und schön anzusehen, die Strecken überzeugen mit vielen Details aber teils etwas matschigen Texturen. Mehrere Ansichten gibt es ebenfalls, wir empfehlen allerdings die Stoßstangen-Ansicht, da die anderen entweder keine gute Übersicht, ein zu schlechtes Geschwindigkeitsgefühl oder optisch zu wenig bieten. Zwar existiert eine Cockpit-Ansicht doch habt ihr in dieser lediglich einen schwarzen Rahmen als Cockpit.

Negativ ist uns hier außerdem bei langsameren Wagen, das schlechte Geschwindigkeitsgefühl aufgefallen. Wer also mit 100-150 km/h unterwegs ist, denkt sich also leider häufiger dass er eher mit der jeweiligen Hälfte der Geschwindigkeit voran schleicht.

Fazit: Leider kann Gran Turismo für die PSP nicht die hohen Erwartungen an die Serie erfüllen, das liegt an mehreren Punkten. Zum einen fehlt ein Karriere-Modus, es gibt kein optisches oder vollständiges Schadensmodell, ein Online-Modus fehlt und der Wagenhändler ist ein weiterer negativer Punkt für Sammler. Dieser bietet nämlich nur pro Spieltag gewisse Marken und Fahrzeuge an.

Auf der Habenseite steht die große Anzahl an Fahrzeugen, haufenweise Strecken, viele normale Spielmodi (keine Karriere) und Fahrherausforderungen, aber auch die Grafik weiß zu gefallen. Die Sounds und Musik sind Serientypisch ebenso wie die Aufmachung ebenfalls gelungen, auf Wunsch kann man aber auch die eigene Musik abspielen lassen.

Was bleibt ist eine gute Rennsimulation, die aber leider unter einigen Schwachstellen und unter einem fehlenden Motivator leidet. Somit bleibt nur ein schwaches gut für Gran Turismo auf der PSP, was nach all der Wartezeit durchaus ein wenig enttäuschend ist.

Rating: 7/10

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