Das Genre der interaktiven Filme ist seit vielen Jahren praktisch ausgestorben, erlebte seinen Höhepunkt aber beim Durchbruch der CD-ROM und später DVD-Medien erneut. Zur damaligen Zeit waren die Spiele besonders aufgrund der TV nahen Optik und des häufig auch großen Umfangs durchaus beliebt, da es auch komplexere Titel wie die Tex Murphy-Serie und auch Akte X-Ableger gab.
Auf dem iPhone gibt es inzwischen ebenso einige Vertreter, mal kostenlos mal für einen kleinen Betrag und meist mehrere hundert MB groß. Das neueste interaktive Filmprojekt hört nun auf den Namen „Hysteria Project“ und kommt von ehemaligen Angestellten von Vivendi Mobile, welche das neue Unternehmen Bulkypix gegründet hatten. Hysteria Project ist dabei als Episoden-Spiel ausgelegt, dessen erste Episode nun für etwas über 1,50€ zu haben ist und knapp über 100 MB wiegt.
Das bei Hysteria Project sofort auffällt ist seine Ähnlichkeit zum Film „Blair Witch Project“, denn der Titel ist meist eher düster, farbarm und mit gehetzter und wackelnder Kamera aufgenommen worden. Auch die Tatsache das die Spielfigur zu Beginn gefesselt ist und sich auch im Verlauf der ersten Episode auf der Flucht vor einer Person befindet die einen dauerhaft verfolgt, verstärkt noch das bedrückende Gefühl. Für eine angemessene Atmosphäre ist es allerdings schon fast Pflicht, den Titel mit Kopfhörern zu spielen, denn ansonsten geht ein gehöriger Teil der Stimmung verloren.
Soweit so gut, meistens steht man nun unter Zeitdruck, muss sich für bestimmte Richtungen während der Flucht zu Fuß durch einen düsteren Wald entscheiden und hat hin und wieder kleine Reaktionsspielchen eingebaut, in denen man etwa Äste zur Seite bewegen muss, damit hört allerdings die Interaktivität auch schon wieder auf, was nach den ersten Ankündigungen doch enttäuscht. Auch die Spielzeit der ersten Episode ist mit nicht einmal 30 Minuten alles andere als lang geworden, auch wenn der Preis niedrig liegt.
Hysteria Project im iTunes Store – (1,59€ – 116 MB)
Fazit: Ich hatte mich wirklich auf Hysteria Project gefreut, hat es doch ein interessantes Setting und eine gruselige Atmosphäre zu bieten. Allerdings sind die Interaktionsmöglichkeiten sehr beschränkt, die Spieldauer der ersten Episode extrem kurz und man ist in den 30 Minuten praktisch nur damit beschäftigt auf gut Glück (meistens) eine Richtung beim weglaufen durch einen tristen Wald zu drücken. Das Spiel hat trotz allem potenzial und ich hoffe, dass die 2. Episode länger ausfallen wird, mehr Interaktion ermöglicht und auch ein paar offene Fragen beantwortet, so bleibt leider nur ein etwas überdurchschnittlicher interaktiver Film mit extrem kurzer Dauer übrig.
Einschätzung – TouchGamers.de: 6/10
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